Mantelgesellschaft statt Unternehmensgründung in der Schweiz

Mantelgesellschaft in der SchweizWer als Startup oder Existenzgründer ein entsprechendes Unternehmen gründen möchte, für den ist der Unternehmensstandort enorm entscheidend. Obgleich in Europa die Grenzen offen sind und auch der europäische Binnenmarkt ein unternehmerisches Handeln außerhalb der eigenen Landesgrenzen problemlos ermöglicht, so hängt die Wertschöpfung eines Unternehmens und die damit verbundene unternehmerische Umsatzgenerierung doch noch stark mit dem Unternehmensstandort zusammen.

Zwar ist der Gedanke nachvollziehbar, dass sich viele Unternehmer mit ihrer eigenen Herkunft identifizieren und auch die entsprechenden Vorteile eines weltweit anerkannten Gütesiegels wie dem vielberühmten „made in Germany“ für die eigene Umsatzgenerierung nutzen möchten, doch muss das ganze Prinzip in erster Linie unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet werden. Emotionen haben in der Businesswelt von Heute nicht mehr viel zu suchen und können der langfristigen Konkurrenzfähigkeit eines neu gegründeten Startup-Unternehmens sogar im Wege stehen, auch wenn der lokale Bezug des Unternehmens zu einer bestimmten Region nicht unterschätzt werden darf.

Der Startup sollte sich daher im Vorwege sehr genau durchrechnen und kalkulieren, ob für das Startup-Unternehmen die Vorteile des regionalen Bezugs im Vergleich zu den nationalen Steuerbedingungen überwiegen oder ob nicht doch ein Unternehmensstandort in einem anderen Land wie der Schweiz vorteilhafter wäre.



Startupfreundlich und gute Ausgangslage

Die Schweiz ist gerade für Startup-Unternehmen ein sehr gutes Pflaster, da das kleine unabhängige Land in Europa für junge Startups einen guten Start ermöglicht. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Voraussetzungen für die Gründung eines neuen Unternehmens in der Schweiz durchaus moderat, da die Schweiz lediglich geringe Bedingungen an den Startup stellt.

So kann der Unternehmer eine AG bereits mit einem Kapital von 100´000 Franken gründen und dabei sogar den Verwaltungsrat in eigener Person stellen, so dass die Gründung der Aktiengesellschaft auch eigenständig ohne weitere Personen möglich ist. Die sogenannte „Einmann AG“ ist in der Schweiz überaus beliebt bei ausländischen Startups, da sie eine Anonymität des Aktionärs garantiert und somit eine gute finanzielle Grundlage geschaffen werden kann. Ähnlich verhält es sich bei der Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, wobei einschränken gesagt werden muss dass die Schweiz die Rechtsform GmbH & Co. KG – die in Deutschland durchaus üblich ist – nicht kennt.

Es kommt bei der Wahl der entsprechenden Rechtsform des neu gegründeten Unternehmens in der Schweiz somit auch ein Stück weit maßgeblich darauf an, wie viele Startups das Unternehmen gründen möchten. An dieser Stelle sei dazu noch erwähnt, dass ein Gesellschafter des Unternehmens seine Rechtsfähigkeit in der Schweiz vorweisen muss, die mit dem Schweizer Wohnsitz einhergeht.

Wer als Startup seinen Lebensmittelpunkt nicht vollständig in die Schweiz verlagern möchte, was auch einen großen privaten Einschnitt bedeutet, der sollte sich mit Alternativen zur Firmengründung in der Schweiz beschäftigen zumal auch bei einer Unternehmensgründung in der Schweiz ein starker Partner vor Ort als durchaus hilfreich angesehen werden muss. Die Gründung ist mit weitergehenden Kosten, welche sich abhängig von der gewählten Rechtsform des Unternehmens unterschiedlich gestalten können, sowie einer gewissen Zeitspanne verbunden.

Die Alternative – der Erwerb einer Mantelgesellschaft

Es ist für Startups durchaus möglich, die Zeitspanne der Unternehmensgründungsphase zu „umgehen“. Wer als Startup den bürokratischen Aufwand einer Unternehmensgründung scheut und direkt mit seiner Innovation oder seinem neuen Produkt bzw. der Dienstleistung auf dem Markt durchstarten möchte, der sollte den Erwerb einer Mantelgesellschaft als wirksame Alternative zur Unternehmensgründung ins Auge fassen.

Bei einer Mantelgesellschaft handelt es sich um ein Unternehmen, welches bereits gegründet wurde und derzeitig einen eher „ruhenden“ Marktstatus einnimmt. Dieser Umstand kann derartig verstanden werden, dass das Unternehmen derzeitig keine unternehmerische Tätigkeit ausführt und daher von jedem Käufer problemlos übernommen werden kann. Umgangssprachlich gesprochen könnte gesagt werden, dass der Erwerb einer Mantelgesellschaft zwar ebenfalls mit Kosten für den Startup verbunden ist, dem Jungunternehmer dadurch jedoch ein „Kickstart“ von 0 auf 100 ermöglicht wird.

Damit die Mantelgesellschaft, die ihren Status aus unterschiedlichen Gründen erlangt haben kann, einer unternehmerischen Tätigkeit jedoch wieder nachgehen kann ist ebenfalls ein Gesellschafter mit einem Schweizer Wohnsitz erforderlich.

Die Vorteile einer Mantelgesellschaft auf einen Blick

  • Gründungsphase und Kosten werden von dem Unternehmer eingespart
  • Unternehmensinfrastruktur bereits vorhanden
  • Marktpräsenz schon vorhanden
  • Unternehmer profitiert von einem guten Start auf dem Markt

Geringerer Marketingaufwand spart Zeit und Kosten

Jeder Startup wird bestätigen können, dass eine gewisse Zeitspanne einkalkuliert werden muss um die Marke des neu gegründeten Unternehmens oder die Marktpräsenz des Produktes / der Dienstleistung / der Innovation zu steigern. Die Bekanntheit der Unternehmensmarke lässt sich in der Regel mit aufwändigen Marketingmaßnahmen wirksam steigern, was jedoch durchaus ein spürbarer Kostenfaktor sowie einen großen Aufwand mit sich bringt.

Natürlich wird dem Startup der Erfolg der Marketingmaßnahmen durch keinen Partner der Welt garantiert, so dass ein gewisses unternehmerisches Risiko stets bleibt. Dieses Risiko hat der Startup zu tragen und gestaltet sich in jedem Businessplan als Faktor X. Mit dem Erwerb einer Mantelgesellschaft jedoch kann der Startup bereits von einem bestehenden Unternehmen mit einem gewissen Bekanntheitsgrad profitieren, so dass der Faktor X zwar nicht gänzlich ausgeschlossen aber zumindest merklich reduziert wird.

Es gibt sowohl Mantelgesellschaften, die als solche gegründet wurden und es gibt Unternehmen, die den Status Mantelgesellschaft erst im Verlauf ihrer Unternehmenshistorie erlangt haben. Bei letzteren Unternehmen ist ein gewisser Bekanntheitsgrad auf dem Schweizer sowie europäischen Markt bereits vorhanden, so dass der Startup im Rahmen des Erwerbs der Mantelgesellschaft dieser Bekanntheit einen neuen Schub verpassen kann.

Mit starkem Partner auf dem Schweizer Markt durchstarten

Natürlich bleibt auch bei dem Erwerb einer Mantelgesellschaft das „Problem“, das ein Schweizer Wohnsitz des Gesellschafters nachgewiesen werden muss. Dieser Umstand bedeutet jedoch nicht, dass ein Startup aus Deutschland seine gesamten Lebensumstände vollständig ändern muss, da es die Möglichkeit gibt einen Wohnsitz in der Schweiz zu mieten. Auf diese Weise kann der Startup sämtliche Vorteile des Erwerbs einer Mantelgesellschaft genießen ohne dabei Einschränkungen hinnehmen zu müssen.

Das Schöne dabei ist, dass der Startup mit einem starken Partner an der Seite seinen Fokus auch weiterhin auf seine Kerntätigkeiten legen kann und sich nicht um bürokratische „Zeitfresser“ zu kümmern braucht, da der Partner diese Aufgaben für den Jungunternehmer übernimmt. Somit kann der Existenzgründer sein eigenes Produkt oder seine Dienstleistung bzw. Innovation stetig verbessern um nach dem finalen „Perfektionsprozess“ die Markteinfühung anzugehen.

Angesichts derartiger Vorteile, die nicht nur im finanziellen sondern auch im zeitlichen Rahmen zu finden sind, ist der Erwerb einer Mantelgesellschaft durchaus eine interessante Alternative zur Unternehmensgründung. Sicherlich ist auch der Erwerb von einer Mantelgesellschaft mit Kosten verbunden, doch werden hierfür aufwändige Marketingmaßnahmen eingespart so dass sich die Kosten bereits mittelfristig positiv auf die Wertschöpfung des Unternehmens und die damit verbundene Wirtschaftlichkeit auswirken.

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